Diese 5 Berufe werden in Zukunft von Robotern ersetzt

Welche Berufe werden von Robotern ersetzt | Tennerr

Im März 2018 warnte Elon Musk, der Gründer von PayPal, Inhaber von Tesla und Space X, bei einer der Digitalmesse SXSW vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz (KI).

Künstliche Intelligenz ist gefährlicher als Atomwaffen

Zugegeben dieser reißerische Satz ist furchteinflößend, klingt gefährlich und verfolgt eher das Ziel mit einem überspitzten Vergleich auf potentielle Gefahren der KI hinzuweisen. Eine Zukunft in der Roboter Menschen vollständig ersetzen ist für uns Menschen ein dystopischer Gedanke und gehört in die Science Fiction Literaturabteilung.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Berufe von Maschinen ersetzt wurden und daher ist der Gedanke naheliegend, das in Zukunft Roboter Menschen in einigen Berufen ersetzen können. Unglaublich viele Berufe wurden durch neue technische Errungenschaften ersetzt. Bevor es Kühlschränke gab, musste Eis im Winter vom Eismann geschlagen und ausgeliefert werden. Das Eis wurde dann in Eiskeller gelagert und konnte über den Sommer die Lebensmittel kühlen. Der Liftboy war zur Zeit der Fahrstuhl Einführung nicht wegzudenken. Niemand konnte sich vorstellen, dass der Aufzug ohne einen Menschen fahren könnte. Die Veränderungen kamen nicht über Nacht, im Gegenteil es war in der Vergangenheit ein schleichender Prozess der sich langsam etabliert hat.

Wir befinden uns allerdings im Informationszeitalter und damit hat sich aber auch die Rate der Veränderung und die Geschwindigkeit verändert. Es ist davon auszugehen, dass Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt viel schneller und radikaler stattfinden werden wie wir es in der Vergangenheit gewohnt sind. Doch welche Berufe sind in der westlich geprägten Welt davon bedroht von Robotern übernommen zu werden?

Können LKW-Fahrer von Roboter ersetzt werden?

Definitiv ja! Die Frage ist nicht ob, sondern wann der Umbruch stattfinden wird. Es gibt bereits zahlreiche theoretische Studien und praktische Konzepte, die sich mit dem autonomen Fahren im Transportbereich auseinandersetzen. Selbstfahrende LKW hätten zwei wesentliche Vorteile im Vergleich zum vom Menschen gelenkten Lastkraftwagen.

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Kostensenkung durch KI gelenkte LKW

Ein großer Kostenfaktor sind die Lenk- und Ruhezeiten eines LKW Fahrers der per Gesetz dazu verpflichtet ist die neun Stunden Tageslenkzeit nicht zu überschreiten. Zwei mal pro Woche kann der Fahrer sogar 10 Stunden am Tag fahren. Da die Woche sechs Werktage, also 144 Stunden hat, kann der Fahrer nur 56 effektiv fahren. Das sind gerade mal 38%. Mit einem Roboter gelenkten LKW ließe sich die Fahrzeit theoretisch auf nahezu 100% ausdehnen – abzüglich Strecken für Nachtfahrverbote. Das Resultat wäre eine maximale Auslastung des Transportmittels, welche unnötige Wartezeiten am Bestimmungsort vermeidet. Ebenfalls würden die Lohnkosten wegfallen, die in Form einer Preisreduktion an den Auftraggeber weitergegeben werden können.

Keine LKW Auffahrunfälle

Im Transportwesen herrscht unglaublich viel Zeit und Kostendruck. Um die zeitliche Anforderung zu erfüllen und die Kosten niedrig zu halten, werden die Lenk und Ruhezeiten teilweise ignoriert. Das hat schwerwiegende Folgen. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der schweren Verkehrsunfälle durch LKW Auffahrunfälle mit Todesfolge zugenommen. Es gibt bereits auch technische Lösungen die Notbremsungen vornehmen wenn ein Hindernis erkannt wird und in einer gewissen Zeit nicht verzögert wird. Jedoch sind diese Sicherheitsmechanismen nur in neuen LKW verbaut und lassen sich auch per Hand abschalten. Es bleibt der Faktor Mensch, der auf Grund von Übermüdung Fehler macht.

Der Bedarf nach autonom fahrenden LKW ist gegeben und wird bereits in der Praxis getestet. Die A9 zwischen Nürnberg und München wird seit 2016 als Teststrecke für das autonome Fahren von PKW und LKW getestet. Es wird sich zeigen ab wann die Technologie so weit ist den LKW Fahrer zu ersetzen. Schließlich kann ein Roboter nicht müde werden oder Fehler machen.

 

Werden Übersetzer von Maschinen ersetzt?

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Das sind sie jetzt schon! Übersetzer, Dolmetscher und Fremdsprachenkorrespondenten sind vorwiegend in der Übersetzung von Texten, Beiträgen und Audio Inhalten tätig. Unternehmen beauftragen externe Übersetzungsbüros für die intern produzierten Formulare, Verträge, Webseiteninhalte und Videoinhalte. Die Übersetzungen sind meistens innerhalb weniger Tage erledigt, sind jedoch recht teuer. 

In den letzten Jahren haben allerdings Plattformen wie dict, linguee oder der Übersetzungsdienst von Google einen erheblichen Anteil an den weltweiten Übersetzungen beigetragen. Das Ergebnis der Übersetzung ist vor allem bei langen Texten mit technischen Inhalt etwas dürftig und muss immer nachgebessert werden. Aber es ist kostenlos.

2017 hat sich jedoch das Blatt gewendet. Mit DeepL ist eine Software auf den Markt getreten, die maschinell übersetzt. Der Name leitet sich aus dem englischen ab und bedeutet “Deep Learning”. Die Maschine nutzt neuronale Netzwerke und bedient sich mehrerer Übersetzungsplattformen wie Linguee.

Die KI ist enorm gut in der Übersetzung. Man munkelt dass einige Übersetzungsbüros DeepL für ihre Übersetzungsaufträge nutzen.

Die App Mymanu ist kostenlos und schafft es zusammen mit dem Ohrstecker Clik ein richtiges “Per Anhalter durch die Galaxis” Feeling zu erzeugen. Auch ohne Ohrstecker sind Echtzeitübersetzungen überhaupt kein Problem mehr.

Was bedeutet das nun für die Zukunft des Übersetzers und Dolmetschers. Eigentlich nichts gutes. Sowohl die textliche Übersetzung als auch die Maschinelle können jetzt schon den ausgebildeten Fremdsprachenkorrespondenten in großen Teilen ersetzen.

Wer Dolmetscher ist und sich von dem technologischen Fortschritt bedroht fühlt, sollte ggf. einen Programmierkurs nehmen. So bleibt er oder sie auch für die Zukunft gefragt.

 

Können Buchhalter von Künstlicher Intelligenz ersetzt werden?

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Mit ziemlicher Sicherheit. Bereits jetzt gibt es sehr preiswerte Softwarelösungen, welche die Belegerkennung, Verwaltung und Steuervorbereitung vollautomatisiert übernehmen. Beispiele dazu sind BuchhaltungsButtler, Candis, sevDesk und viele mehr. 

Die Buchhaltung besteht aus vielen kleinen repetitiven Vorgängen und ist daher hervorragend durch KI ersetzbar. Durch neuronale Netzwerke lässt sich hervorragend die Bild bzw. Belegerkennung programmieren und damit automatisieren. Anschließend werden die Belege kategorisiert, verbucht und digital abgelegt.

Mittlerweile wird die Software nicht mehr als solche bezeichnet, sondern hat bereits eine persönlichere Bezeichnung erhalten – digitaler Buchhaltungsassistent. Dieser Name ist auch gerechtfertigt, denn es übernimmt schließlich die Sachbearbeitertätigkeiten die vorher eine Person erledigt hat.

Für Start-Ups und kleinere Betriebe ist das eine enorme Geld und Zeitersparnis. Aus diesem Grund werden solche Lösungen gerne angenommen, da sie eine echte Lösung für eine teure (menschliche) Alternative bieten.

Werden Buchhalter größerer Unternehmen von Roboter ersetzt? Kurzfristig gesehen vermutlich nicht, da einige Prozesse noch zu individuell oder veraltet sind und an denen festgehalten wird. Es werden beispielsweise Belege immer noch in Ordnern abgelegt, obwohl es digital auch ausreichen würde. Rechnungen werden immer noch einzeln gestempelt, damit eine Kostenstelle eingetragen wird die per Hand ins System eingebucht wird.

Vermutlich wird die Künstliche Intelligenz dem Buchhalter von morgen viel Arbeit abnehmen können und ihm helfen sich auf das steuerrecht zu fokussieren, um interessante Hebel für das Unternehmen zu finden. Dafür müssen aber die angestaubten Prozesse durch eine hilfreiche KI ersetzt werden.

Eine mögliche Lösung wäre es, dass der Buchhalter selbst sich in diesen Bereichen weiterbildet und die vorhandennen Softwarelösungen dem Unternehmen anbietet. So kann er langfristig sein Arbeitsplatz sichern, da er zum einen sich in die Software einarbeit und zum anderen Zeit schafft um für das Unternehmen produktiver zu sein.

 

Wird die Putzfrau von Roboter ersetzt?

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Vermutlich nicht. Ein Roboter als Putzfrau oder Haushaltshilfe wie in der 70er Jahre Zeichentrickserie “Die Jetsons” dargestellt wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Es gibt zwar bereits jetzt Roboter die schwere Lasten heben und diese von A nach B bringen, jedoch müssen sie für komplexere Tätigkeiten neu konfiguriert werden. 

Ein Haushalt oder eine Firma die gereinigt werden muss, hat unendlich viele Hindernisse, Variablen und sich verändernde Umgebungsparameter. Will man das berücksichtigen müsste der Roboter eine enorme Rechenleistung gepaart mit Künstlicher Intelligenz haben.

Roboter sind aber bereits in unseren Häusern eingezogen. In Form von Staubsaugerroboter, Fensterroboter, intelligente Küchenmaschinen, Smart Homes und zu guter letzt mit Sprachassistenten. Letzteres ist sogar in der Lage mit anderen Geräten zu kommunizieren und Räume per Echolotverfahren zu vermessen.

Ob die Haushaltshilfe oder Putzfrau der Zukunft ein physisches einzelnes Objekt sein wird oder vielleicht das ganze Haus bleibt abzuwarten. Bis dahin können sich aber die Putzfrauen von heute mit der Technik von Morgen vertraut machen und in Zukunft vielleicht als eine Art Facility Cleaning Manager ihre Dienste anbieten.

 

Können Händler von der Digitalisierung verdrängt werden?

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Zum Teil. Wer das Internet in den letzten 10 Jahren etwas genauer betrachtet hat wird feststellen, dass Amazon im Versandhandel enorm populär geworden ist. Es ist ein offenes Geheimnis und es gibt auch keine belegbaren Beweise dafür, aber viele Einzelhändler können sich am Markt nicht mehr behaupten weil Amazon den Markt an sich gerissen hat.

Nach einer HDE Umfrage (Handelsverband Deutschland) bewerten Kleinunternehmer mit weniger als fünf Mitarbeitern die Geschäftsaussichten zunehmend kritisch. Demnach könnten lebendige Einkaufsstraßen in der Zukunft nicht mehr in dieser Form existieren. Den kleine Boutiquen, Läden und Buchhändler haben Schwierigkeiten lokal Umsatz zu machen. Stattdessen schwenken viele auf den Online Handel und verabschieden sich vom teuren Laden.

Große Handelsunternehmen sehen dagegen vergleichsweise optimistisch in die Zukunft. Sie schaffen es offenbar immer besser, das herkömmliche Geschäft mit den digitalen Möglichkeiten zu E-Commerce-Konzepten zu verzahnen.

Ein schwieriger Markt ist der Lebensmittelversand, weil Kunden offenbar lieber die Frische der Waren selbst bewerten möchten. Daher ist davon auszugehen, dass es langfristig weiterhin Spielraum auch für kleinere Lebensmittelhändler geben wird. Vielleicht wird es für sie auch preislich interessanter, wenn die Mieten aufgrund von auswandernden Boutiquen in zentraler Lage günstiger werden.

Die größere Frage ist, ob Algorithmen irgendwann auch den Online Händler obsolet machen. Ob Amazon nicht nur ein Vollautomatisches Warenversandlager sondern irgendwann auch ein automatisiertes Warenwirtschaftssystem, welches selbstständig Entscheidungen anhand von Nutzerdaten trifft.

Fazit

In diesem Beitrag wurden nur fünf Berufe beleuchtet. Mit Sicherheit kann nicht jeder Beruf von einer Maschine, KI oder Roboter ersetzt werden, allerdings gibt es doch ein paar Tätigkeiten die vermutlich komplett oder zum Teil in menschlicher Hand bleiben. Nahezu jeder künstlerische, kreative oder beratende Job wird vermutlich weiterhin existieren. Das ist aber auch gut so, denn der Mensch ist ein schaffendes Wesen und nicht geeignet für stumpfe repetitive Aufgaben. Dafür haben wir die Maschinen erfunden.

Wenn du dich als Freiberufler versuchen möchtest und Online deine Dienste anbieten möchtest dann kannst du das hier auf Tennerr. Schau dich einfach mal um und hol dir Inspiration.

23. November 2018